Der Wäschefetisch

Ein Fetisch ist nichts, wofür man sich schämen muss, weder als Mann noch als Frau. In sexueller Hinsicht haben Menschen nun mal spezielle Vorlieben. Eine Minderheit wird von Gegenständen stimuliert, die, so die trockene Definition, unbelebt sind. In diesem Fall handelt es sich Fetische. Sie gibt es in vielerlei Richtungen, die zumeist natürlich sexueller oder zumindest erotischer Natur sind: sie können sich zum Beispiel darauf beziehen, dass jemand eine andere Person gerne rauchen oder betrunken sieht. Der eine mag Haare, die andere Bärte. Der eine mag es, wenn die Angebetete sexy Dessous trägt, die andere mag ihren Mann von oben bis unten behaart. Manch einer mag Lack und Leder, vielleicht Fesselspiele oder sogar Babykleidung. Es gibt Menschen mit Vorliebe für Pinkeleien und andere, die all die genannten Fetische irritieren. Das ist auch okay so, jeder Mensch ist anders. Aber dennoch ist niemand alleine mit seiner Vorliebe und es sollte gelten: Leben und leben lassen. Zumindest, wenn es sich nicht um strafbare Vorlieben handelt, die natürlich zu verurteilen sind. Das Internet macht das Ausleben sexueller Träume leicht. Vor zwanzig Jahren und noch früher, war es viel schwieriger, sich seine erotischen Wünsche in Bezug auf Fetische zu erfüllen. Niemand muss nur wegen solch einer Vorliebe unter dem Radar fliegen.

Unter anderen gibt es auch den Unterwäsche Fetisch, von dem an dieser Stelleausführlich die Rede sein soll. Es handelt sich einfach gesagt um einen sexuellen Fetischismus in Bezug auf Unterwäsche. Der Begriff verweist auf die sexuelle Erregung, die manche Menschen erleben aus der Beobachtung oder dem Umgang mit bestimmten Arten von Unterwäsche. Manche erleben sexuelle Erregtheit durch das Tragen bestimmter Arten der genannten Textilien (Männer, die Frauenslips tragen zum Beispiel), andere erleben sexuelle Erregung beim Betrachten oder Umgang mit Unterkleidung, die von einer anderen Person getragen wird. Und wiederum andere Menschen – sie sind sicherlich extremer von ihrem Fetisch eingenommen – stehen auf die Dürfte, wie sie es wohl selbst ausdrücken würden, die andere Personen in Slips, Büstenhaltern, Dessous, Socken, Strumpfhosen oder ähnlichen Kleidungsstücken hinterlassen haben. Diese Auflistung zeigt bereits auf, dass tendenziell vor allem Männer ein Interesse an weiblicher Unterwäsche haben, aber wie immer im Leben gibt es auch hier die umgekehrte Variante. In den nun folgenden Zeilen soll erläutert werden, was dieser Fetisch genau ist, wie ein Mann sich seine Wünsche erfüllen könnte und wie man (oder besser: Frau) mit der Vorliebe für getragene Unterwäsche sogar Geld verdienen kann.

Grundsätzliche Fragen

Ist das normal, fragt man sich vielleicht als jemand, der diesen Fetisch in sich entdeckt oder als jemand, dessen Partner diese im ersten Moment zugegeben schräge Vorliebe hat. Sie hindert erst einmal Niemanden daran, ein gutes Sexualleben zu führen, das muss an dieser Stelle betont werden. Sie ist letztlich nichts anderes, als wenn jemand gerne Kaschmirpullover trägt oder gerne Benzin schnuppert. Vielleicht ist eine Frau irritiert und verletzt, wenn sie von dieser Vorliebe ihres Mannes hört, aber das bedeutet nicht, dass er sie nun weniger liebt. Es ist letztlich eine harmlose Sache, die Niemandem weh tut und nicht vergleichbar mit diversen perversen Vorlieben, auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden muss.

Ein Klischeefall ist der von dem Mann, der gerne heimlich Frauenunterwäsche trägt. Sei es aus sexuellen Gründen oder um sich wie eine Frau zu fühlen. Es ist für diese Person einfach seiner Vorliebe zu frönen, da er nur an den Schrank oder die Kommode der Lebensgefährtin gehen muss oder in ein Geschäft, vielleicht unter dem Vorwand etwas für die Frau oder die Freundin zum Geburtstag zu erwerben. In extremerer Form, und das ist nicht diskriminierend gemeint, müssen nun Transvestiten, Drag Queens oder Transgendergenannt werden, die sich wie Frauen kleiden und vermutlich neben Bustier auch Unterwäsche anziehen. Auf derartige “Fälle” (auch dies ist nicht negativ gemeint) soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Hier geht es um den echten Fetisch.

Schöner als die Begrifflichkeit “Fetisch für schmutzige und / oder getragene Unterwäsche” klingt die Umschreibung “Höschen Fetisch”. Dieser kann sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise zeigen. Einige Männer, vermutlich sind es sogar ziemlich viele, stehen darauf, schöne Frauen in ihrem Slip und Büstenhalter zu sehen. Solche Männer mögen es vielleicht auch, wenn über dem Höschen ein Rock liegt, eng und knapp und so, dass beim Bücken etwas mehr zu sehen ist. Wohl kaum jemand, auf den diese Vorliebe zutrifft, würde sich als Fetischisten bezeichnen. Der hier beschriebene Fetisch geht allerdings etwas weiter. Und er kann schockieren, wenn der Partner bzw. die Partnerin nichts geahnt hat. Vielleicht haben Sie vor ein paar Monaten durch einen Zufall entdeckt, dass Ihr Lebensgefährte Ihre verschmutzten Höschen an sich gebracht hat und sie Zuhause oder sogar in seinem Büro nun sozusagen in Ehren hält. Stellen Sie ihn zur Rede. Es ist gut möglich, dass er nicht etwa Transvestit oder Vergleichbares ist, sondern nur das Gefühl und den Geruch von Ihnen liebt. Sie können seine Vorliebe in diesem Fall als eine Ehre betrachten. Die Art und Weise, wie er es ausdrückt, mag etwas ausweichend, defensiv und vor allem seltsam sein, aber es ist eine weiter verbreitete Vorliebe, als man als Durchschnittsbürger gemeinhin annimmt. Also sorgen Sie sich nicht. Bleiben Sie gelassen.

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